Azoren Pico

Die dritte Insel unserer Rundreise auf den Azoren heißt Pico. Von Faial fahren wir mit der Fähre auf das beeindruckende Panorama der Insel zu. Das erste Mal seit Tagen ist der Vulkan von Wolken verdeckt. 

Pico
Pico
Pico, Azoren

Die Formalitäten für den Mietwagen sind wieder schnell geregelt. Unsere Autoschlüssel erhalten wir am Schalter des Fährhafens von Madalena und ehe wir uns versehen haben, sitzen wir im Auto.

Etwas verwundert nehmen wir zur Kenntnis, dass Uschi anscheinend eine Abkürzung zu unserer Unterkunft kennt. Schnell wird klar, dass dies ein großer Umweg werden wird. Bevor es dunkel wird lernen wir das Inland der Insel kennen und ich bin sehr beeindruckt.   

Die Insel ist nur 6 km von Faial entfernt. Wir rechnen nicht mit veränderten Landschaftsbildern und fahren ohne große Erwartung über das Land. Um so größer ist die Überraschung als wir zwischen Lafafeldern und üppiger Wildnis sehr dekorative Krüppelbäume entdecken.

Viele alte Cedrusbäume prägen das Bild der Landschaft. Das Hochland wird für uns sofort Liebe auf den ersten Blick und wir entscheiden, morgen nicht die Insel zu umrunden, sondern das Inland zu erkunden.

Pico, Azoren
Pico, Azoren

Am nächsten Morgen starten wir unsere Tour in der Nähe von São Roque. Unser erstes Ziel soll der Lagoa do Capitão werden. Die wunderschöne Tour führt uns ständig

am höchste Berg Portugals vorbei. Von allen Seiten überragt er mit seiner Höhe von 2351Meter die Landschaft.

 

Von São Roque nach Lagoa do Capitão

Lagoa do Capitão

Lagoa do Capitão ist der bekannteste der vielen kleinen Seen auf Pico. Neben dem Vulkan ist er der meistbesuchte Ort der Insel. In Kombination mit dem Vulkan und den Cedrusbäumen ein tolles Fotomotiv. Auch hier ist es nicht selbstverständlich bei diesem schönen Wetter unterwegs sein zu können.

 

https://goo.gl/maps/JW3jAL3nbRk

Pico, Azoren
Montanha do Pico vom Lagoa do Capitão
Am Lagoa do Capitão, Pico Azoren

Wir gucken uns die Karte an und fahren zu den nächsten Seen. Vom Lagoa do Capitão geht es zum Lagoa do Caiado, Lagoa da Rosada und Lagoa do Peixinho. 

 

Lagoa do Caiado

Es beginnt eine atemberaubende Fahrt über das Hochland der Insel. Die unbefestigte Straße ist  mit unserem kleinen Auto gut zu bewältigen. Wir kennen schlechtere Straßen im Hochland, diese hier ist kein Problem. Schnell fahren wir sowieso nicht, denn die Natur ist überwältigend schön.

Hochland, Pico Azoren
Lagoa do Caiado
Hochland, Pico Azoren

Entlang der Hochstraße finden sich viele kleine Vulkankegel die das Landschaftsbild prägen, gut erhalten, bedeckt von einer bizarren Vegetation.

Hochland, Pico Azoren
Hochland, Pico Azoren
Hochland, Pico Azoren
Hochland, Pico Azoren

Wenn du um die Ecke kommst, grinst dir die nächste Kuh ins Gesicht. Nicht nur einmal begegnen wir kleinen Herden und warten bis die Tiere ruhig an uns vorbeiziehen. Zwischen den großzügig abgeteilten Feldern weiden die Rinder unter idyllischen Bedingungen. Sind sie abgegrast ziehen sie zur nächsten Weide. Im Unterschied zu den Rindern auf Terceira sehen diese hier wohlgenährt und kräftig aus.

Lagoa da Rosada

Der Lagoa da Rosada ist umgeben von den Bergen Lomba do Cácere (973 m), Chã do Pelado (975 m) und Cabeço do Caveiro (977 m). Er liegt auf 909 Meter Höhe und ist bis zu sieben Meter tief. 

Hochland, Pico Azoren
Lagoa da Rosada

Lagoa do Peixinho

Etwa einen Kilometer vom Lagoa da Rosada entfernt liegt der Lagoa do Peixinho, einer der größten Seen auf Pico. Seine maximale Tiefe beträgt 9 Meter.

Hochland, Pico Azoren
Lagoa do Peixinho, Pico Azoren

Die Weiterfahrt Richtung Osten lockt mit Einsamkeit und faszinierenden Aussichten.

Hochland, Pico Azoren

Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Insel São Jorge. 

Hochland, Pico Azoren

Wie überall auf den Azoren finden wir auch hier alte Lavamauern vor. Nicht nur einmal stellen wir uns die Frage, in welcher mühevollen Kleinarbeit diese Zäune entstanden sind.

Hochland, Pico Azoren
Hochland, Pico Azoren
Azoren
Vulkankegel auf dem Hochland Pico

Viele Wege führen über das Hochland nach "Rom". Wer sich auskennt, kann ohne Kartenmaterial fahren. Unterwegs finden sich Hinweistafeln die den Weg zeigen. Die Insel ist klein, verfahren fast unmöglich. Wir benötigen unsere Karte, weil wir unterwegs oft spontan unsere Route ändern.

Hochland, Pico Azoren

Die Fahrt durch das Hochland lohnt nur bei guter Sicht. Unsere Wetterlage ist ungewöhnlich schön, schnell kann sich hier oben Nebel bilden und die Sicht beschränkt sich auf wenige Meter. Wir nähern uns dem östlichsten Punkt der Insel, die Landschaft wird flacher, uns begegnen Mais- und Gemüsefelder.

Hochland, Pico Azoren

Von Calheta De Nesquim fahren wir direkt an der Küste entlang und beschließen kurzfristig in die Nähe des großen Vulkans zu fahren. Ich bin ganz ehrlich, neue Bilder zeigen sich uns an der Küste nicht. Wir kennen die Eindrücke von Terceira und Faial, Stein ist Stein und Wasser ist Wasser.

Pico, Azoren
Pico, Azoren

Da loht es sich durchaus noch einmal in die Berge zu fahren.

Das Ziel vieler Wanderer ist die Besteigung des Montanha do Pico.

Mit einer Höhe von 2351 m ist er der höchste Berg Portugals und einer der höchsten Vulkane Europas. Auf Faial wurde ich von einem Tourist gewarnt den Berg zu ersteigen. Mit meinem nicht voll belastbarem Körper macht dieser Aufstieg für mich keinen Sinn. Schade, aber damit kann ich leben. Nur für Burckhard tut es mir leid, denn für ihn wäre der Aufstieg kein Problem gewesen. Ich verlinke interessehalber einen Beitrag zum Aufstieg. Unter den vielen anderen Berichten, scheint mir dieser hier realistisch die Tour zu beschreiben. Er bestätigt die Beschreibung unserer Bekanntschaft aus Faial. Ich bin auch im Nachhinein für diesen Hinweis dankbar den Berg nicht zu besteigen. Für uns geht es zur Casa da Montanha, dem Ausgangspunkt der Wanderung, bequem mit dem Auto weiter.

Die Fahrt zum Montanha do Pico schafft wieder schöne Ausblicke. Wir stehen mal vor, in und auf einem kleinen Vulkan. Der kleinere Vulkan im unteren Bild wird zur Tierhaltung genutzt.

Pico, Azoren
Blick am Montanha do Pico
Pico, Azoren

Von hier oben wirkt Faial winzig.

Pico, Azoren
Blick vom Montanha do Pico auf Faial

Unsere erste Pause legen wir in der Casa da Montanha ein. Es ist immer wieder ein Genuss auf den Azoren Espresso zu trinken. Dagegen ist alles in Deutschland abgestandene Brühe. Das Schokoladencroissant zeigt mir, dass Geschmack nicht vom Preis abhängt. Mit diesem traumhaften Blick aus dem Fenster zählt der Besuch zu meinen kulinarischen Höhepunkten auf den Azoren. Gutes muss nicht kompliziert und teuer sein!

So gestärkt nehmen wir uns vor, den Rest des Tages optimal und lange zu nutzen. Wer sich mit dem Wetter auf den Azoren beschäftigt, weiß sonnige Tage ohne Niederschlag zu schätzen. 

Es geht bergab Richtung Norden.

Pico, Azoren
Pico, Azoren
m

Cachorro

Wir starten unsere nördliche Tour unterhalb des Flughafens in Cachorro. Es ist ein kleines Dorf mit engen Gassen entlang einer zerklüfteten Küste.

Als die Menschen die Insel besiedelten, verwendeten sie natürlich verfügbare Baumaterialien. Diese Bauweise ist besonders im Norden der Insel ersichtlich. Viele alte Häuser liegen verfallen da und warten auf die Sanierung.

Pico, Azoren
Arcos do Cachorr

Der Küstenabschnitt, als Arcos do Cachorro bekannt, ist sehr bizarr und zerklüftet. Schnell erstarrte Lavamassen schufen vulkanische Höhlen und Lavaröhren. In diesen verwirbelt sich das Wasser und kracht unaufhörlich an Land.

Pico, Azoren
Naturbadebecken Cachorro
Pico, Azoren
Arcos do Cachorro

Rota do Vinho

Ein besonderer Tipp für einen Besuch auf der Insel ist der Besuch des alten Weinbaugebietes auf der Rota do Vinho. Der Anbau von Wein begann mit der Ankunft der Siedler im 15. Jahrhundert. Die auf Lavaböden angelegten Weingärten sind von Mauern aus Lavastein umgeben, um den Wein vor Wind und Meersalz zu schützen. Die besondere Fähigkeit des Steines Wärme zu speichern und der nährstoffreiche Vulkanboden, schafft gute Voraussetzungen für das Wachstum der Rebe. So entstand im Laufe der Jahrhunderte eine einzigartige Landschaft mit speziellem Charakter, eine Landschaft die mit Lavazäunen in kleine Parzellen geteilt ist. Ein hervorragendes Umfeld für die Entwicklung hochwertiger Trauben.

Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren

2004 wurde das alte Weinbaugebiet von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Kleine Winzerhäuser, ebenfalls aus Lavasteinen aufgebaut, gehören zum typischen Landschaftsbild und sind Teil dieses Weltkulturerbes. Wer sich dieses Gebiet ansehen möchte, fährt am besten von Madalena nach Lajido direkt weiter am Meer entlang. https://goo.gl/maps/JV64KDBSzwm

Rota do Vinho, Pico, Azoren
 Pico, Azoren
Rota do Vinho,
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Rota do Vinho, Pico, Azoren
Pico, Azoren

Die Zeit für eine kleine Wanderung an der Küste nehmen wir uns auch noch. Die gespeicherte Wärme  von den Lavasteinen ist so intensiv, dass mir das Wasser sprichwörtlich den Rücken runter rinnt.

Pico, Azoren

Fast bekommen wir den Eindruck, dass die Lavamassen gerade noch blub blub machen. Deutlich können wir den Lauf der flüssigen Lava erkennen. 

Pico, Azoren
Pico, Azoren
Pico, Azoren

Der Besuch der Rota do Vinho ist auch ohne die Verkostung von Wein hochinteressant und zählt meiner Meinung zu den Höhepunkten eines Besuches auf Pico.

Pico, Azoren
Pico, Azoren

Ausgefüllter kann ein Tag auf der Insel nicht sein. Wir sind ziemlich k.o. , als wir fast in der Dunkelheit unser Quartier erreichen.

Der kommende Tag zeigt uns alles richtig entschieden zu haben, denn zum ersten Mal zieht Nebel über die Insel. Trotzdem fahren wir noch einmal in die Berge. Bei geringer Sicht genießen wir den einen und anderen Moment und lassen die Zeit mit Nichtstun vorbeistreifen.  

Pico im Nebel
Pico im Nebel
Pico, Azoren
Hochland im Nebel

Am Abreisetag nach Sao Miguel treffen wir uns auf Pico mit den Travelmäusen und erleben mit ihnen einen schönen langen Tag im Norden. Schön war es mit euch und eurer ansteckenden Leidenschaft für die Landschaft der Insel!

Pico, Azoren

Die Rückgabe des Autos am Flughafen ist wieder unkompliziert. Zur vereinbarten Zeit erscheint ein Mitarbeiter und begutachtet mit einem kleinen Rundgang das Auto. Alles in Ordnung, die Kiste hat sich gut gequält. Schön ist anders, aber es hat zuverlässig im höchsten Anschlag die Auf- und Abfahrten gemeistert.

Wir fliegen nach São Miguel, unserer letzten Insel auf unserem Inselhopping über die Azoren.

Flug von Pico nach Sao Miguel
Flug von Pico nach Sao Miguel

 

 

                                                                       zurück            weiter