Regen in Norwegen

In den vergangenen Wochen konnten wir uns über das norwegische Wetter nicht beschweren. Immer war es uns möglich flexibel unsere Wünsche mit dem Wetter zu vereinbaren. In Flam erwischt uns eine Regenfront, die einige Tage anhalten soll. Da wir gerade zwei fantastisch schöne Straßen gefahren sind, stört uns der Regen nicht unbedingt. Schön ist er nicht, ändern können wir es auch nicht. Den Plan mit der Flam Bahn zu fahren, verwerfen wir. Nach dem wir uns ein Video anschauen, sind wir nicht mehr motiviert bei Regen die Bahnfahrt zu unternehmen. Die Bilder können mit den Eindrücken von unseren Fahrten über die Serpentinen nicht mithalten. Das macht keinen Sinn so viel Geld auszugeben und im Regen und Nebel durch die Berge zu fahren. Was nun? Eine weitere Fahrt über Serpentinen kommt auch nicht in Frage. Ich mag nicht mehr so eng an der Seite der schmalen Straßen fahren und dabei in den Abgrund zu schauen. Ich mag auch nicht, dass Burckhard lange Zeit hoch konzentriert das Wohnmobil fahren muss. Mit dem PKW ist es wesentlich leichter die Serpentinen zu meistern. Norwegens Straßen sind eine ganz andere Hausnummer für Wohnmobil und Fahrer.

Wir stehen vor einer Entscheidung, welche Route wir weiter fahren werden. Nach langer Überlegung entscheiden wir uns für den Besuch der Stadt Bergen. Besser im Regen durch die Stadt laufen, als im Regen zu wandern.

Wir suchen uns einen Stellplatz mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung aus. Die Lage ist toll, aber das ist bei der Wahl des Platzes nicht entscheidend. Für uns ist es wichtig auf festem Untergrund zu stehen. Ein Rasenplatz scheidet bei diesem Wetter aus. Die ganze Nacht peitschen schwere Regentropfen auf das Wohnmobil.

Stellplatz Bergen

Lone Camping AS

365 NOK, teuerster Stellplatz auf unserer bisherigen Reise,

alles ok

 N 60°22'25", E 5°27'32"

Am Morgen die Überraschung, es ist bewölkt und die Sonne scheint. Wir starten morgens um 8.00 Uhr und fahren mit Bus und Bahn ins Zentrum von Bergen. Die Tickets ziehen wir nicht im Bus, sondern haben sie gestern im Extra Markt erworben. Tickets im Bus zu kaufen ist wesentlich teurer. Für die 20 Kilometer lange Fahrt bezahlen wir nur 38 NOK pro Person, pro Strecke. Ticketpreise, die fair sind und die Entscheidung unterstützen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Wir ärgern uns auch hier wieder über die Verkehrspolitik in Deutschland. 

Die alte Hansestadt ist sehr interessant. Uns zieht es gleich nach Brygge. Das alte hanseatische Viertel vermittelt ein beeindruckendes Bild wie es im 14. Jahrhundert ausgesehen haben muss. Die engen Gassen und Holzhäuser faszinieren uns.

Bevor die geführten Kreuzfahrttouristengruppen kommen, können wir in Ruhe und ohne Selfiestangen den Anblick genießen. Innerhalb von einer Stunde wandelt sich das Bild, plötzlich wird es voll. Unser Weg führt uns weiter durch die Stadt. Auch hier stehen sehr viele alte Häuser. Die Stadt ist schön und erinnert an viele andere alte Hansestädte. 

Am Ende unserer Stadtbesichtigung führt uns unser Weg zum Fischmarkt. Hier ist der Trubel besonders groß. Es wird geguckt, verkostet und gekauft. Die Verkäufer unterhalten sich in einem bunten Sprachengewirr mit den Kunden. Die Stimmung ähnelt der in Seattle, nur fliegen keine Fische durch die Luft. Der Markt ist mehr Kult für Touristen als Verkaufsmarkt für Einheimische. Interessant ist er auf jeden Fall und wer bisher nirgendwo gut Fisch essen konnte, ist hier gut aufgehoben.

Nach dem Besuch von Bergen müssen wir unseren weiteren Weg für die nächsten Tage klären. Das Wetter verspricht noch keine Besserung. Seit dem wir am Geiranger Fjord waren sind wir von sehr, sehr vielen Touristen und Wohnmobilen umgeben. Wir sind Teil von ihnen, fühlen uns aber mit ihnen nicht übermässig wohl. Es ist Hauptreisezeit und wir sind im überfüllten Touristengebiet unterwegs. Ganz ausweichen können wir nicht, aber in den kommenden zwei Tagen werden wir es versuchen.

Von Bergen aus geht es nach Süden, wir sind auf der Fv48 unterwegs. Schon hinter Bergen wird es zunehmend entspannter. Das Wetter wechselt im Eiltempo von starken Regenschauern zu Sonnenschein. Dramatisch sammeln sich Wolken in der Ferne. Irgendwo scheint noch die Sonne, fantastisch, so ist Norwegens Wetter.

In Gjermundshamn setzen wir mit der Fähre über. Unser Ziel ist ein kleiner Stellplatz in Sunndal.  Er liegt am Rande des Folgefonna Nationalparks und ist von hohen Bergen umgeben. Dort angekommen wechseln sich Regen und Sonne wieder ab. Wenn die Sonnenstrahlen mal etwas kräftiger scheinen, leuchtet der Fjord grün auf. Eine wunderschöne Natur liegt uns zu Füßen. Vom Stellplatz aus sehen wir den in der Nähe liegenden Gletscher Bondhus Breen. Morgen würden wir gerne eine kleine Wanderung Richtung Gletscher unternehmen. Langsam hoffen wir auf besseres Wetter, 8 Grad im Sommer sind für uns ungewöhnlich.

Sundal Camping, Mauranger

Kleiner Stellplatz in schöner Umgebung,

schlicht und einfach. Sanitärbereich zu klein, wenn der Platz gut besucht ist. Fur uns war es in Ordnung.

230 NOK, Duschen 10 NOK

N 60°07'04", E 6°16'15"