Von San Francisco zum Point Reyes National Seashore

Wir freuen uns auf den letzten Tag am Pazifik.

Der Wind bläst uns heute besonders stark um die Ohren, aber im Gegensatz zu gestern Abend sind die Temperaturen angenehm. 

Das Hauptziel soll heute das Point Reyes Lighthouse werden.

Zuerst geht es von San Francisco Richtung Sausalitus.

Was für ein erhebendes Gefühl sich während der Fahrt der Golden Gate Bridge zu nähern.

Ich erinnere mich in diesem Moment der Überfahrt an meinen ersten Besuch im Jahr 2005. 

Es war so ein unbeschreibliches Gefühl als Deutscher mit ostdeutschem Lebenshintergrund diesen einzigartigen für mich lebensbedeutenden Moment der geschichtlichen Wende Deutschlands genau an diesem Ort zu spüren. Ich war und bin hier immer so bewegt, dass mir vor lauter Glück und Rührung die Tränen in die Augen schießen.

Wir saßen zu DDR Zeiten fast alle im Kino und gierten nach Bilder amerikanischer Städte und Landschaften, mit einer tiefen Sehnsucht und der Gewissheit diese Orte nie erleben zu dürfen. 

 

Wir sind jetzt hier und das ist gut so!

Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge

Die Golden Gate Bridge ist so ein selbstverständliches Symbol dieser Stadt, dabei wurde sie erst im Jahre 1937 fertiggestellt. Die Brücke hat eine stattliche Länge von 2740 Meter. Sie ist für mich ein magischer Ort meiner Emotionen. Ich habe mich einfach nicht in der Gewalt und durchlebe hier Gefühlsausbrüche die ich nicht beherrschen kann. Ich liebe diese Schönheit!

Nach dem wir uns ausreichend Zeit für Majestät Golden Gate genommen haben, fahren wir nach Sausolitus. Kurzer Stopp am Muir Beach und weiter geht es auf dem Hwy 1.

Eine schöne Strecke, vorbei an Marschlandschaft führt uns zum Point Reyes National Seashore.

Point Reyes National Seashore

Während der Fahrt zum Leuchtturm kommen wir an einigen historischen Farmen vobei.

Point Reyes National Seashore
Point Reyes National Seashore
Point Reyes National Seashore
Point Reyes Beach

Der 20 km lange Sandstrand würde zu einem schönen Spaziergang einladen.

Der Wind hat mittlerweile fast orkanartigen Charakter. Wir können uns kaum auf den Beinen halten und uns nur mit Mühe fortbewegen.

Point Reyes Beach
Point Reyes Beach

Zuerst denke ich, es wäre eine Vogelscheuche. Aber der Gute ist echt und legt sich spielend in den Wind.

Point Reyes National Seashore

Die Treppe zum Leuchtturm ist natürlich bei diesem Wind gesperrt. Aber das ist mir auch egal. Wenn ich direkt vor dem Turm stehe, sehe ich ihn sowieso nicht.

Nur mit Mühe kann ich den Leuchtturm fotografieren. Ich klammere mich an den Zaun und versuche die Kamera zu stabilisieren.

Point Reyes National Seashore
Point Reyes Lighthouse
Point Reyes National Seashore
Point Reyes Lighthouse

Innerhalb kurzer Zeit sind wir von der Gicht benetzt. Der Polfilter der Kamera ist so richtig schön besprenkelt.

Wir halten es hier nicht lange aus und lassen uns vom Wind zurück zum Auto schieben.

Auf der rechten Seite führt eine kleine Straße Richtung Drakes Beach.

Wir versuchen aus dem Auto zu steigen, aber der Kampf gegen den Wind ist definitiv verloren.

Wirklich schade, dass wir diese Landzunge nicht weiter erkunden können. 

Uns gefällt die Umgebung richtig gut, der Strand lädt zum ausgiebigen Spaziergang ein und auf den Wiesen blühen viele Wildblumen.

Übrigens vom Point Reyes Overlook können im November und im Frühjahr Grauwale beobachtet werden.

Point Reyes National Seashore
Drakes Beach

Auf dem Rückweg kommt uns noch die Idee zum Mt. Tamalpais zu fahren. Ein State Park von dem man einen gigantischen Blick auf die Bucht von San Francisco werfen kann.

Wir schrauben uns den Berg hinauf. 

Oben angekommen ist es uns kaum möglich aus dem Auto zu steigen. Der Wind zieht uns die Beine vom Boden weg, alles fliegt uns um die Ohren.

Irgendwo stütze ich mich ab um ein einigermaßen brauchbares Bild zu schießen. Innerhalb von einer Minute sind wir wieder im Auto, um uns und die Kamera zu schützen.

Einmal aussteigen und 2 Bilder geknipst, kaum zu glauben, dass es eine halbwegs erkennbare Erinnerung geworden ist.

Unten am Berg finde ich noch das goldleuchtende Gras.

Und dann geht es noch einmal auf die Conzelman Road, endgültig Abschied nehmen von der Stadt.

Das war noch einmal ein Tag ganz nach unserem Geschmack.

Wir fahren heute Abend noch in die Nähe des Flughafens und haben morgen noch genügend Zeit um die Koffer für den Rückflug zu packen.

Es ist ein Abschied ohne Wehmut, denn wir haben jede Minute unseres Urlaubs auf unsere Weise genießen können. 

Ein Abschied ohne Wehmut, weil der nächste Besuch in „The Golden State California“ bestimmt nicht lange auf sich warten werden lässt.

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